Tabu:bruch

3.12.2022 Trügerische Hoffnung?


Helga und Bernd haben sich gern vom Tabu:bruch an der Kröpcke-Uhr einfangen lassen. Kunst reizt zum Nachmachen und Mitmachen und bei Schwarmkunst ist das Mitmachen sogar Teil der Kunstproduktion. Auch wenn die Ergebnisse mal mehr und mal weniger kunstvoll ausfallen. Nicht alle Figuren sind so filigran gestaltet wie Bernds Rettungsboot, aber die Botschaften und Ideen sind meistens erkennbar und verraten eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema häusliche Gewalt.


Das beliebteste Motiv ist das Herz. Zerbrochen, von einem Pfeil durchbohrt, zwei Herzen ineinander verschlungen, für immer vereint. Das Symbol der Liebe als Zeichen des Scheiterns und der Hoffnung. Es ist die Liebe, die uns retten kann, aber oft genug führt sie uns auch in die Irre.

Das darf man nicht vergessen, wenn man über häusliche Gewalt spricht: oft genug stand die Liebe am Anfang einer toxischen Beziehung und Liebe ist hartnäckig, widerstandsfähig, kaum kleinzukriegen. Liebe macht blind, sagt der Volksmund, aber das ist es nicht allein. Gewalt lässt sich ja nicht übersehen; dem Täter eine weitere Chance zu geben (und noch eine und noch eine…), hat eben viel mit Liebe zu tun, mit der Hoffnung, die jeder Liebe innewohnt. Wer liebt, der hofft – mindestens auf einen glücklichen Ausgang, meistens aber darauf, dass es irgendwann besser wird, dass es eine Läuterung geben könnte, angesichts all der Liebe, die dem Täter da entgegengebracht wird.

In ihrem Debütroman „Das Ruhekissen“ von 1958 hat die französische Autorin Christiane Rochefort dieser Hoffnung eine Aufsehen erregende literarische Gestalt verliehen. Das Buch liest sich wie ein Experiment auf die Ausgangsfrage: welchen Weg müsste eine toxische Beziehung einschlagen, um Hoffnung überhaupt zuzulassen und nicht zwingend den erwartbar schlimmen Ausgang zu nehmen? Die Antwort könnte demnach lauten: nur den ihr ohnehin vorgezeichneten. Eine solche Beziehung führt durch die Hölle. Immer. Und nur die wenigsten kehren von dort zurück.

In einer Schlüsselszene des Buches gibt Geneviéve, nachdem sie abermals von Renaud extrem erniedrigt und gedemütigt wurde, dieser Hoffnung Ausdruck: „Ich konnte nicht mehr, ich verabscheute ihn. Aber sogar im Übermaß seiner Grausamkeit wurde mir deutlich, daß er gegen sein eigenes Herz ankämpfte. Waren es die letzten Aufwallungen? Diese Hoffnung gab mir die Kraft, ihn zu ertragen; nein, nicht einmal im Finish sollst du mich kleinkriegen. Meine Liebe ist stärker als du, Renaud. Das Ziel rückt näher, rückt näher, und eben deshalb verlierst du den Kopf und schlägst hinten und vorn aus. Mach, was du willst, meine Geduld erschöpfst du nicht, und du wirst dich endlich in dein Glück schicken, bald finden du und ich den Frieden und ruhen uns aus. Ruhen uns aus.“

Eine „Liebes“-beziehung, bei der der Tod von Beginn an auf der Bettkante hockt und auf Beute lauert. Und beide geben sich alle Mühe, ihn zu bedienen. Selten lagen Leben und Tod so dicht beieinander, ohne den schnellen Sieg des Zweiten über Ersteres zu erleben. Hier triumphiert das Leben, aber um welchen Preis und wie lange?

Leser und Leserinnen dieses Buches bleiben am Ende fast ebenso erschöpft zurück, wie die Protagonisten und man ahnt, dass die Botschaft eine untergründige ist: der Ausgang dieser Geschichte ist eine besondere Ausnahme, aber gerade dadurch werden wir unmittelbar mit der Gedanken- und Gefühlswelt der überlebenden Ich-Erzählerin konfrontiert und hineingesogen in diese toxische Beziehung, die im wirklichen Leben in aller Regel weniger glücklich verlaufen dürfte. Erdulden und Vergeben führen eben selten zu einer Läuterung, sie bestärken meist nur die Täter.

Diese Erkenntnis könnte der erste Schritt zu einer Veränderung sein, zur Rettung. „Baum der Erkenntnis“ hat Katharina ihre Figur genannt, die erst im Prozess des Knetens Gestalt gewann. Eine stämmige Pflanze, die auch manchen Gegenwind aushalten dürfte. Erkenntnis, die brauchen nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige, Freunde, Nachbarinnen. Die Erkenntnis, dass jemand in einer solchen toxischen Beziehung gefangen ist und Hilfe nötig hat. Darauf will das Kunstprojekt Tabu:bruch aufmerksam machen.

Und das scheint zu gelingen, mehr als gedacht. Soroptimistin Elisabeth ist überrascht, wie viele Menschen sich doch interessiert zeigen, sich den Sinn der Aktion erklären lassen und mitmachen. Darunter auch viele Männer, hat Kerstin Schulz beobachtet. Die seien zwar in vielen Fällen erst reserviert, tauten dann aber auf und hätten oft was zu erzählen. Schulz ist die Künsterin, die die Kröpcke-Uhr für den Tabu:bruch hergerichtet hat und das Thema häusliche Gewalt so in den Blick der Stadtgesellschaft gerückt hat.

Und dann ist da Erika Heine, Hannovers bekannteste Obdachlose, wie sie manchmal genannt wird und das kann je nach Kontext anerkennend oder diffamierend gemeint sein. Heine polarisiert und provoziert oft, aber ihre Frage bleibt dennoch hängen: was ist mit den Frauen, die gar kein Haus haben, kein eigenes Heim und doch alltäglicher Gewalt ausgesetzt sind? Verborgen hinter einem Schweigen, das vielleicht auch des Tabubruchs bedarf?

Die Erfahrungen mit dem Projekt Tabu:bruch machen jedenfalls Mut, dass Gewalt gegen Frauen heute nicht mehr totgeschwiegen werden kann. In allen Varianten. Dazu geben gerade die Kinder und Jugendlichen Anlass, die nicht nur von der Knete spielerisch angezogen werden, sondern sich auch die Hintergründe erklären lassen. „Coole Aktion“ finden die 13-jährigen Joel und Kurt. Und das ist etwas, das wirklich berechtigte Hoffnung macht.

Uli Matthias




27.11.22 Wie der Wind


Die Tür ist aufgebrochen, der Käfig der Verschwiegenheit zerstört. Ein Tabubruch, eine symbolische Befreiung. Freiheit gedeiht nicht hinter Schloss und Riegel, im Gegensatz zur Gewalt. „Freiheit ist ein seltsames Tier“, wusste schon Konstantin Wecker, „kaum sperrt man sie ein, ist sie weg“. Freiheit ist etwas Flüchtiges, kaum Greifbares, aber dennoch der wirksamste Schutz vor dem Abgleiten in eine toxische Partnerschaft. In eine klandestine Welt der Manipulation, der Erniedrigung, der Isolation und Verletzung. Ohne Freiheit herrscht die Gewalt, allen leidenschaftlichen Liebesschwüren zum Trotz. Oder manchmal gerade ihretwegen.




Ein sonniger Herbstsamstag in Hannovers Innenstadt. Die Glasfront der Kröpcke-Uhr ist geöffnet, die verschlossene Tür aus orangefarbener Knetmasse den Blicken und dem Zugriff der Passanten und Passantinnen preisgegeben. Und viele bleiben neugierig stehen, erkundigen sich und machen schließlich mit, indem sie das Tabu symbolisch aufbrechen und kleine Skulpturen gegen häusliche Gewalt formen, Gedanken, Gehörtes und mitunter auch Erlebtes.






Auch Mika und Nathalie gefällt das Projekt. Eine gute Sache sei das, meint Nathalie, „es ist ja so, dass sich viele Betroffene nicht äußern, nicht darüber reden wollen“. Und Mika findet, man müsse auch Männer als Opfer in den Blick nehmen. Für Männer sei es ja ebenfalls ein besonderes Tabu, sich als Opfer häuslicher Gewalt erkennen zu geben, auch wenn es sich um psychische Gewalt handele.






Spontan zu Mitschwärmenden sind Marietta und Stefanie geworden. Die befreundeten Dolmetscherinnen haben sich zum ersten Mal seit langem wieder verabredet, Marietta ist extra aus Bremen gekommen. Aber die Tasse Kaffee, die sie einander versprochen haben, muss warten, bis sie ihren Anteil am Tabu:bruch fertiggestellt und in der Uhr platziert haben.






Gerade Kinder werden von der Knete magisch angezogen und bringen im Schlepptau ihre Eltern mit, zum Schauen, zum Sich-Informieren, zum Mitmachen. So wie Juliane, die Tabu:bruch für eine tolle Aktion hält und sich mit der ganzen Familie gern beteiligt.






Elke, Monika und Leon hatten sich an der Kröpcke-Uhr verabredet und finden sich plötzlich in einem Kunstprojekt wieder. Sie halten die Aktion aber für eine gute Maßnahme, die unterstützt werden müsse. „Es ist so wichtig, nach draußen zu gehen und sich Hilfe zu holen“, sagt Monika, die häusliche Gewalt am eigenen Leibe erfahren hat. Acht Jahre habe sie das mitgemacht, bis sie sich einer Freundin anvertraut habe. Danach habe sie Unterstützung erhalten, sich eine Wohnung gesucht, Gesprächstherapien absolviert.





Wäre so etwas überhaupt allein zu schaffen gewesen? Monika ist skeptisch. „Das ist sehr sehr schwer, das allein zu bewältigen. Wenn man es nicht über Nacht schafft, da herauszukommen, kann es schlimm ausgehen“. Sie habe da noch einmal Glück gehabt.

Und dann ist da noch Peter. Wer das dreimonatige Schwarmkunstprojekt Ob(D)Acht in diesem Sommer auf dem hannoverschen Georgsplatz einmal besucht hat, könnte ihm begegnet sein. Nicht nur als fleißigem Schwärmer, der Flasche um Flasche in die Burgmauern eindrehte, sondern auch bei seinen Lesungen, in denen er seine Werke vorstellte. Peter ist eigen. Im besten Sinn. „Eigenartig“, bemerkte Ernst Jandl einmal dichtend, „wie das Wort eigenartig es als fremdartig erscheinen lässt, eine eigene Art zu haben“. Und so schildert uns Peter seine Gedanken zu dem Thema häusliche Gewalt, ohne rhetorische Eitelkeiten und doch sprachgewaltig, ohne falsche politische Rücksichtnahmen, aber im Urteil abgewogen. Es stimme zwar, dass die Unverletzlichkeit der Wohnung vom Grundgesetz garantiert werde, erklärt er, die dort ebenfalls im Verfassungsrecht verbriefte körperliche Unversehrtheit werde jedoch noch viel zu wenig beachtet. Und darauf komme es doch an.




Unversehrt bleiben: es sind immer noch zu viele, die das nicht von sich behaupten können. Nicht nur in Deutschland, überall auf der Welt. Zhina Mahsa Amini ist in diesen Tagen der Name, der uns daran erinnert, dass nicht nur ein Heim, sondern ein ganzes Land zum Gefängnis werden kann. Der Tod der jungen Iranerin zeigt nicht zuletzt, dass es beim Widerstand gegen die Zwangsverschleierung um so viel mehr geht, als nur um ein Kleidungsstück. Für beide Seiten. Diese flüchtige, kaum greifbare Freiheit bedroht die Macht.

Denn manchmal fühlt sich Freiheit einfach nur an wie der Wind. „Dieses Gefühl“, sagte einmal Mehri, die als Dreißigjährige aus dem Iran geflüchtet war und hier erstmals als erwachsene Frau unverschleiert durch die Straßen laufen konnte, über ihre erste befreiende Erfahrung, „dieses unglaubliche Gefühl, als der Wind durch meine offenen Haare fuhr“.


Uli Matthias


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23.11.22 Zeitzeichen


Unser Schweigen verleiht ihr Macht: der häuslichen Gewalt. Sie bleibt vor unseren Blicken verborgen, geschützt von der Verschwiegenheit, die wir häuslichen Dingen angeraten lassen. Dort kann sie wachsen, sich immer weiter steigern, eskalieren bis zum Äußersten, bis zum Mord. Jeden dritten Tag kommt es in Deutschland zu einem Femizid innerhalb einer Partnerschaft.

Dieses Tabu – über häusliche Gewalt nicht zu reden – möchte die interaktive Installation der Künstlerin Kerstin Schulz symbolisch brechen. Und jede/r kann sich beteiligen. Der Startschuss erfolgte am Mittwoch, dem 23. November 2022 an der Kröpcke-Uhr in Hannovers Zentrum. Über den Orange-Day, den Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November, bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember erhalten Passanten und Passantinnen die Möglichkeit, der häuslichen Gewalt entgegenzutreten. Im Rahmen eines Kunstprojekts, aber mit den Mitteln, die es auch im Alltag bräuchte: unsere Aufmerksamkeit und unser Eingreifen.

Fanny Neuhaus, die Präsidentin des Soroptimist International (SI) Club Hannover 2000, wies bei der Eröffnung auf die hohe Dunkelziffer bei häuslichen Gewaltdelikten hin. Nur 0,5 Prozent aller Taten – das zeigt eine neue Dunkelfeldstudie – werden noch zur Anzeige gebracht. Ein Negativrekord.











Das Thema häusliche Gewalt ist also von trauriger Aktualität. Für die Soroptimisten Clubs Hannover stehen die Orange Days in diesem Jahr daher im Zeichen der Prävention. Eingehende Spenden sollen dafür genutzt werden, Schulbesuche zu finanzieren, damit Schülerinnen frühzeitig die Warnsignale erkennen können, die eine toxische Partnerschaft ankündigen. Bevor sich Abhängigkeitsverhältnisse verfestigen und in Gewalt umschlagen.

Denn die körperliche Gewalt kommt meist erst später. Nicht selten beginne eine toxische Beziehung gerade mit übertriebenen Liebesbeteuerungen, sagt Neuhaus, bevor sie sich als Falle erweist. Bevor die Eifersucht ausbricht, die Kontrolle der Partnerin anfängt, bevor die Frauen von ihrem bisherigen Freundeskreis und auch von ihren Familien isoliert werden. Dann kommen die Kritik und die Schuldzuweisungen, die Erniedrigung und die Angst. Und irgendwann die körperliche Gewalt.

Diese Zeichen lesen zu können, ist für Betroffene die entscheidende Voraussetzung, um sich aus einer toxischen Beziehung zu lösen. Und dabei können wir helfen, indem auch wir acht geben auf die Zeichen. Zum Beispiel auf die Signals for Help, die Kerstin Schulz der Kröpcke-Uhr aufgesetzt hat. Orangefarbene Skulpturen aus Knetgummi zeigen die Handzeichen, mit denen Betroffene Außenstehenden Hilfebedarf signalisieren können.

Die Anzeichen für toxische Beziehungen und Gewalt sind vielfältig, folgen aber oft den bekannten Mustern. Auch das soll die Installation erfahrbar machen. Schulz hofft auf viele Mitwirkende, die an den Aktionstagen ihre eigenen Erfahrungen zu häuslicher Gewalt mit kleinen Knetfiguren darstellen und damit Teil des Kunstprojekts werden wollen. Auf diese Weise wird die verschlossene Tür vor diesem Taburaum nach und nach abgebaut, während sich an den Seitenfenstern die Skulpturen aufreihen, die unseren Blick auf häusliche Gewalt schärfen und erweitern.

Am 26. November und 03. Dezember 2022 an der Kröpcke-Uhr in Hannovers Zentrum.








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22.11.2022 Aufbau Tabu:Bruch







Tabu:bruch


Aufbau in Hannover. Danke an unsere Feuerwehr in Hannover, Michi und Phillip danke für das opfern Eurer Zeit für eine gute aber an diesem Tag sehr kalte Sache.


Die Dummy-Knete ist verbaut das Schwärmen kann am Samstag den 26.11. 22 um 10 Uhr bis 16 Uhr beginnen. Aus Sicherheitsgründen bitte Handschuhe mitbringen. ;o)






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Tabu:bruch I Türen der Verschwiegenheit 


Die heimliche Gewalt. Man spricht nicht darüber, was im eigenen Heim geschieht. Das geht niemanden etwas an. Oder doch?


Wenn das eigene Heim zu einer Gefahrenzone wird, ist nichts mehr sicher. Die Gefahr lauert im engsten Umfeld und sie ist potentiell tödlich. Im Jahr 2021 starben lt. BKA in Deutschland 169 Menschen an den Folgen häuslicher Gewalt, davon 139 weibliche und 30 männliche. 


Häusliche Gewalt erhält sich durch Heimlichkeit; die Verschwiegenheit hinter den eigenen vier Wänden ist für sie eine Existenzbedingung. So lange das Sprechen über häusliche Gewalt tabuisiert bleibt, wird sie sich immer wieder reproduzieren, werden die Täter immer wieder zu Tätern, bleiben die Betroffenen in ihrer Opferrolle gefangen. 


Dieses Tabu zu durchbrechen, ist für viele Betroffene der erste Schritt hinaus aus der Gewaltspirale von erdulden, verschweigen und wieder erdulden. Dazu gehört Mut. Und es braucht eine Person, der sich die Betroffene anvertrauen kann, ebenso wie eine Gesellschaft, die für dieses Problem sensibilisiert ist und Hilfe leisten kann. Es ist Zeit, dieses Tabu zu brechen. 


An diese Zusammenhänge knüpft das Kunstprojekt Tabu:bruch an. Vom internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, dem Orange Day am 25. November, bis zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember, wird die Kröpcke-Uhr in Hannovers Innenstadt zum Aktionsraum gegen häusliche Gewalt. Die Zeit der Verheimlichung ist abgelaufen. Mit ihrer Installation an der Kröpcke-Uhr lässt die Künstlerin Kerstin Schulz das Verborgenesichtbar werden. Darauf weisen schon die Handzeichen gegen häusliche Gewalt (signal for help) auf dem Dach der Uhr hin. Aber mehr noch: jede und jeder ist eingeladen, am Tabubruch mitzuwirken. Weil es schließlich auch auf uns alle ankommt.


Dafür wird Schulz die gläserne Tür der historischen Uhr durch eine geschlossene Front ersetzen, die den Blick ins Innere zunächst verhindert. Diese Tür ist ebenso wie die Handzeichen auf dem Dach aus orangefarbener Knetmasse gestaltet, die auch bei der Fertigung von Crashtest-Dummys Verwendung findet.


Passant:innen kö̈nnen zeigen, dass sie auf die Hilfezeichen reagieren wollen, indem sie symbolisch die Tür durchbrechen und sichtbar machen, was sich dahinter abspielt. Aus der Knete dürfen anschließend auch kleine Figuren gebastelt werden, die Szenen häuslicher Gewalt nachbilden oder von ihnen inspiriert wurden. Sie werden auf zwei seitlichen Galerien in Setzkästen in der Uhr ausgestellt.


Ulrich Matthias 


Tabu:bruch 

ist ein Projekt der Künstlerin Kerstin Schulz, atelier-dreieck


Im Auftrag von Soroptimist International (SI), Club Hannover 2000 und Club Hannover Kontakt: Vera Brand, presse@clubhannover2000.soroptimist.de


Eröffnung der Installation: 23. November, 11 Uhr, Kröpcke, Hannover-Mitte


Dauer: bis 10. Dezember, 0-24 Uhr I


aktive Mitwirkung 26.11. und 3.12. von 10-16 Uhr 



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